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Sommer war gestern. Der zweite Tag des Comedy Arts Festivals war ein Schlag ins Wasser - was den Regen anbetraf. Dafür konnte sich das Bühnenprogramm sehen lassen. Trifolie und Patriks Einmannshow waren Spitze.
Sommer war gestern. Der zweite Tag des Comedy Arts Festivals war ein Schlag ins Wasser - was den Regen anbetraf. Dafür konnte sich das Bühnenprogramm sehen lassen. Trifolie und Patriks Einmannshow waren Spitze. MOERS War es Conferencier Tomás Kubinek schuld, der bei den ersten Regentropfen gegen Himmel rief: "Give us more"? Oder hätten Les Frères Duchoc nicht so wild auf ihren selbst gebauten Instrumenten steppen sollen, damit ihr Regentanz nicht so voll durchschlug? Es war furchtbar. Die heftigen Regengüsse vertrieben nicht nur einen Großteil des Publikums, sie ließen auch keine Stimmung aufkommen. Während auf der Bühne das Programm durchgezogen wurde, verzog sich das Publikum immer mehr unter Schirmen, Plastikplanen und Ponchos. Nur Kubinek schien der Regen nichts auszumachen. Er hatte Spaß am harten deutschen Publikum, das im schlimmsten Regenschauer als Zuschauer ausharrte. Als Belohnung gab es einen kleinen Striptease. Er zog seinen Frack bis auf die Unterhose aus und aalte sich im Regen: So ein"Singing in the Rain" hat es in Moers noch nicht gegeben. Nur das Duo Full House hatte zu Beginn des Freitagsprogramms noch volle Ränge am Kastellplatz. Die Schweizerin Gaby Schmutz und ihr Partner Henry Camus aus New York versuchten sich stets gegenseitig zu übertrumpfen. Das war Spitze: Gaby auf der Schulter eines Mannes aus dem Publikum und Henry auf dem Einrad, beide jonglieren dabei mit Keulen. Auch Henrys Mozart-Einlage liegend unter dem Keyboard begeisterte das Publikum. Mit diesem transatlantischen Duo verabschiedeten sich Artistik und Wortwitz aus dem Programm. Alle folgenden Künstler setzten allein auf Musik und visuelle Comedy. Les Frères Duchoc boten eine musikalische Performance vomBesten. Als eine Mischung von Stomp und Laurel & Hardy angekündigt, erfüllten die ungleichen "Brüder" Christian Nury und Jean-Francois Pascal mit Steppen auf selbst gebauten Percussioninsttrumenten alle in sie gesetzten Erwartungen. Wie sie sogar ihre Stühle auf der Bühne als Schlagzeug missbrauchten, sollte niemand zu Hause oder in der Schule versuchen nachzumachen. Höhepunkt des Abends waren die drei Männer von Trifolie, was sie selber mit"Wahnsinn zu dritt" übersetzen. Ihre Mischung aus Pantomime, Slapstick und Clownerie ließ fast den Regen vergessen, so sehr riss Trifolie das Publikum in den Strudel der Absurdität. Ein großartiger Künstler ist auch Patrik Cottet-Moine. Der junge, hagere Franzose erzählt in seiner visuellen Einmannshow urkomische Geschichten. Leider verpuffte vieles vor den leeren Rängen. Dabei sein ist alles, sagte sich dagegen das spanische Trio Yllana mit seinem Programm Olymplaff. Dieser "Humor gestual" kam wieder bestens an. Denn die drei erhielten 2005 in Moers den Hauptpreis. RP, vom 09.08.2006 Heribert Brinkmann |