| Spaß geht laut und leise |
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Festival. Viel trockenen Humor und nasse Füße gab es beim 30. Comedy Arts Festival Moers. Man kann Klavier im Liegen, hinterrücks und vierhändig spielen – und dabei noch Bälle jonglieren wie Full House aus der Schweiz. Man kann es auch hochkant hinstellen, Klassik spelen und dabei feine, leise Witze zaubern wie Les Macloma aus Frankreich.
Festival. Viel trockenen Humor und nasse Füße gab es beim 30. Comedy Arts Festival Moers. Man kann Klavier im Liegen, hinterrücks und vierhändig spielen – und dabei noch Bälle jonglieren wie Full House aus der Schweiz. Man kann es auch hochkant hinstellen, Klassik spelen und dabei feine, leise Witze zaubern wie Les Macloma aus Frankreich.
Geht auch. Man kann statt Klavier zwei Keyboards nehmen, sie in eine fetzige Band integrieren und richtig Lärm machen wie Fred Kellner und die famosen Soulsisters. Beim 30. Comedy Arts Festival gab es schön was auf die Ohren. Mit ordentlich Tam-Tam verab-schiedete sich der künstlerische Leiter Werner Schrick und bediente die gsamte Klaviatur des Humors. Herbert Knebel trocken wie immer.
Am Samstag setzte Les Macloma das beruhigende Ausrufezeichen: Spaß geht auch ganz leise! Sie setzten mit ihren Clownereien fürs Auge einen wunderschönen Kontrasr zum fröhlichen Getrommel von „Trude träumt von Afrika“ und „Deabru Beltzak“, die ihr Schlagwerk teuflisch gut bearbeiteten. Das Feld des anarchischen Humors besetzte Martin Soan mit Marie Flanagan. Er erfand seltsame Kuscheltiere für Kinder: den martialisch trötenden Elefanten und Turbohasen auf Bohrmaschine. Er brachte sein Gesicht mit Gummibändern in Form, um auszusehen wie Michael Jackson und warnte: „Nehemen Sie immer 5-Millimeter-Gummis, sonst sehen Sie aus wie Victoria Beckham.“
Fred Kellner mit Anke Engelke machte am Sonntag richtig Party, wenn auch keine Witze. Aber tanzende Comedy-Besucher hat es ja auch in den letzten Jahren nicht allzu oft gegeben. Das wäre ein schöner, lautstarker Schlusspunkt gewesen. Doch das geht in einer Stadt wie Moers nicht, ohne dass das Ordnungsamt auf den Plan gerufen wird. So packte der Schwede Carl-Einar Häckner seinen Ikea-Geigenbausatz zum Schluss aus, spannte den Bogen wie einen Wikingerhelm an seinen Kopf und entließ das zufrieden glucksende Publikum mit gefalteten Bananen und allerlei schrägem bis brachialen Requisitenblödsinn in die neue Comedy-Arts Zeitrechnung: Das Jahr eins nach Werner Schrick, der sich nach 30-jähriger Ehe vom Festival scheiden ließ und stattdessen den Ehrenring der Stadt Moers an den Ringfinger steckt. War ´ne schöne Zeit. |