Ausgesprochen schräg!

Das Comedy Arts Festival war immer gut für ausgefallene und besonders schräge Nummern. Denn ohne das anarchische und subversive Element verliert der Humor seine Kraft und Inspiration. Sicher hat auch der respektlose Humor überhaupt zur Entwicklung der Comedy beigetragen.

Das Comedy Arts Festival war immer gut für ausgefallene und besonders schräge Nummern. Denn ohne das anarchische und subversive Element verliert der Humor seine Kraft und Inspiration. Sicher hat auch der respektlose Humor überhaupt zur Entwicklung der Comedy beigetragen. Die Briten sind darin führend, man denke nur an Monty Python. Einen der Altmeister der alternativen Comedy stellt das Samstags-Programm des diesjährigen Festivals am 4. August vor. Martin Soan spielte schon im TV-Comedy Klassiker „Blackadder“ an der Seite von Rowan Atkinson. Er gründete mit Malcolm Hardee das legendäre Quartett „The Greatest Show on Legs“, das sich vor zwanzig Jahren im Schlosshof gegenseitig die Luftballone stibitzte, weil sie ja sonst nichts am Leibe trugen. Seine Prop- und Kostümshow „Soan alone!“ lebt von den ausgesprochenen schrägen Ideen und dem rasenden Wechsel der Szenen. Sicher ist die Show auch eine Parodie auf die Kostümshows einiger Kollegen. „Mad, crazy, zally & silly” beschreiben die Engländer dieses Machwerk. „Tommy Cooper on acid”, oder “Jean Cocteau meets Tom & Jerry” lauten zwei Presse-Überschriften. Am Ende der Vorstellung liegt Martin verschüttet unter einem Riesenberg verrückter Kostüme. Sensible und politisch-korrekte Naturen sind hiermit ausdrücklich vorgewarnt. Für eventuelle Schäden am Gemüt haften die Veranstalter nicht. Verständlicherweise war diese Show vorher noch nie auf dem Kontinent zu sehen.

 

NRZ vom 20. Juli

 
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