Das ist das Letzte. Und das Dreißigste.
Das Moerser Comedy Arts Festival feiert ein rundes Jubiläum. Und der künstlerische Leiter, Werner Schrick, der das älteste Comedy-Festival in Deutschland 1976 als „Folk & Fool” aus der Taufe gehoben hat, hört mit diesem Programm auf. Hinter den Kulissen hat es schon im vergangenen Jahr ordentlich gerummst. Bei der jüngsten Pressekonferenz fand Schrick deutliche Worte: „Ich sah keine Grundlage mehr zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, der Volksschule.” Nach Burkhard Hennens Abgang beim Moers-Festival erlebt nun auch das zweite große Event in der kleinen Großstadt Moers einen Bruch.

Das Moerser Comedy Arts Festival feiert ein rundes Jubiläum. Und der künstlerische Leiter, Werner Schrick, der das älteste Comedy-Festival in Deutschland 1976 als „Folk & Fool” aus der Taufe gehoben hat, hört mit diesem Programm auf. Hinter den Kulissen hat es schon im vergangenen Jahr ordentlich gerummst. Bei der jüngsten Pressekonferenz fand Schrick deutliche Worte: „Ich sah keine Grundlage mehr zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, der Volksschule.” Nach Burkhard Hennens Abgang beim Moers-Festival erlebt nun auch das zweite große Event in der kleinen Großstadt Moers einen Bruch.


Wer Werner Schrick kennt, weiß, dass er Profi genug ist, um bei seinem Abschiedsprogramm keine halbherzige Arbeit abzuliefern. Im Gegenteil: Er wird ihm noch einmal seinen ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Auch wenn dies „im Spannungsfeld der finanziellen Rahmenbedingungen” passiert. Damit meint er nicht nur den chronisch knappen Etat für ein Dreitage-Festival, sondern auch die zunehmende Popularisierung des Programms seit dem Umzug in die Arena am Kastell. Die – so scheinen viele zu glauben – nur mit medienbekannten Namen auszulasten sei. „Mit dieser Popularisierung habe ich meinen eigenen Anspruch aufgegeben”, sagte Schrick, der lieber innovative Produktionen zeigt und nicht zuletzt damit dafür gesorgt hat, dass das Festival gerade bei ausländischen Künstlern als gute Adresse gilt..


So werden sich sicher viele auf den Jubiläums-Extra-Abend am Donnerstag, 3. August, mit Herbert Knebel (der dereinst beim Moerser Festival quasi das Laufen lernte) freuen, oder eine Karte für den Festival-Sonntag kaufen, weil dann Fred Kellner & Die Famosen Soul Sisters (genau: Anke Engelke) auftreten.


Werner Schrick aber legt seinem Stamm-Publikum Les Macloma aus Frankreich ans Herz. Drei, die sich noch trauen, die rote Clowns-Nase aufzusetzen. Und trotzdem die Clownerie erneuern. Das Trio aus Paris, das bis zum letzten Jahr für den Cirque du Soleil gearbeitet hat, zeigt eine von fünf Deutschland-Premieren im Comedy-Arts-Programm.


Vierzehn Vorstellungen insgesamt werden an dem letzten Ferienwochenende zu sehen sein. Und wer glaubt, die Pausen zwischendurch zum Bier holen nutzen zu können, der hat bei einigen Festivals der vergangenen Jahre gefehlt. Denn die Moderation am Freitag und Samstag übernimmt Tomas Kubinek. Der Kanadier wird uns mit seinem romantisch-poetischen Unsinn und seiner charmant-aufdringlichen Art an die alte Schülerweisheit erinnern: Am schönsten sind die Pausen. Der „Meister des Unmöglichen” mit den riesigen Schuhen und der Stromschlag-Frisur gehört schon fast zum Inventar des Moerser Festivals. Dass er auch diesmal dabei sein kann, ist dem Herausgeber der NRZ, Heinrich Meyer, zu verdanken.
Ein Feuerwerk an Gags verspricht der Auftritt der spanischen Truppe Yllana. Letztes Jahr wurden sie für die Produktion „Star Trip” mit dem Moerser Comedy.Preis ausgezeichnet, diesmal widmen sie sich dem Thema Sport: „Olymplaff” heißt das Programm, das erstmals in Deutschland zu sehen sein wird, und durchaus geeignet sein soll, beim schenkelklopfenden Publikum Atemnot auszulösen.
In frühen Jahren des Festivals gehörten Acts, die exzellente Jonglage mit herrlichem Blödsinn verbanden, fest ins Programm. So schließt sich der Kreis, wenn in diesem Jahr das Duo Full House aus der Schweiz das Festival eröffnet: Brilliante Artistik und Stand-up-Comedy in sechseinhalb Sprachen.
Und endlich, endlich hat's geklappt: Zehn Jahre lang wollte Werner Schrick schon den Schweden Carl Einar Häckner haben. Jetzt wird der Wikinger, weil es terminlich nicht anders ging, den deutschen Festival-Sonntag aufmischen. Mit schwarzem Humor, Zauberei und brachialen Pointen.
Und wenn danach Fred Kellner aufspielt, ist es vorbei, das letzte Comedy Arts unter der Leitung von Werner Schrick. Das Festival selbst soll es weiterhin geben.

Comedy Arts Festival Moers, www.comedyarts.de. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Festivalkarte (ohne Knebel): 48 Euro, Knebel 20 Euro, Kombikarte Fr und Sa 36 Euro, Tageskarten 20 bis 23 Euro. Erhältlich in NRZ-Geschäftsstellen, CTS-Ticketshops oder der Stadtinformation Moers, 0 28 41/201 777.

Donnerstag, 3. August, 20 Uhr: Herbert Knebel;

Freitag, 4. August, ab 18 Uhr: Tomas Kubinek (Ukulele, Weinglas und Rolle rückwärts); Full House (liebenswerte Alleskönner); Les Frères Duchoc (Kreuzung zwischen Poubelles Boys und Laurel & Hardy); Mr. Edd & Lefou (Comic in 3 D); Patrik Cottet-Moine (Stummfilm als Einmannshow); Yllana (GaganGaganGag).

 

Samstag, 5. August, ab18 Uhr: Christian Springer (der Kassenwart von Schloss Neuschwanstein); Trude träumt von Afrika (fünf mal Marlene Jaschke mit Rhythmus in den Händen und Torte im Blut); Martin Soan (totaler Quatsch ohne Sinn und Grund); Deabru Beltzak (schwarze Teufel mit Pyrotechnik); Les Macloma (Comedie Clownesque auf höchstem absurdem Niveau).

 

Sonntag, 6. August, ab 20 Uhr: Ilka Bessin (Fast-Food-Königin und Aldi-Spezialistin); Chaostheater Oropax (garantiert sinnfrei); Carl Einar Häcker (endet im fröhlichen Fiasko); Fred Kellner & Die Famosen Soul Sisters (B-Seiten-Knaller).

 

Kostenloses Programm in der Altstadt am Samstag ab 14 Uhr: Married Men (Gentleman Juggling); Etc e Tal Comic (Copacabana Comedy); Mario Queen of the Circus („Crowd Surfing”).

 

NRZ/WAZ v. 22. Juni, Karen Kliem

 
Sponsoren des Comedy Arts Festival Moers

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